Die Sache mit dem Nichtschlafen

baby durchschlafen

Vor ein paar Monaten schrieb ich bereits meine Gedanken zum Thema Schlafentzug und unsere persönliche Schlafgeschichte auf. Ich war zu diesem Zeitpunkt fertig, körperlich wie psychisch, denn der monatelange Schlafentzug hatte mich ziemlich mürbe gemacht. Diesen ersten Artikel möchte ich nicht veröffentlichen, denn er war direkt aus diesem „Loch“, in dem ich saß, geschrieben. Stattdessen will ich lieber Lichtblicke geben, für alle, denen es ähnlich geht. Runzelfüßchen hat vor einiger Zeit einen wunderbaren Sammelartikel dazu gestartet, denn das Thema Schlafentzug betrifft nicht nur wenige Eltern- Wir sind viele.

Aber alles auf Anfang. Ab Mitte meiner Schwangerschaft fing ich an nächtliche Klowanderungen zu unternehmen, ein kleiner Vorgeschmack auf das Leben mit Baby, dachte ich mir damals. Aber als Erstmama lag ich damit wohl stark daneben. Nach der Geburt wurde mir das Ausmaß von der Schlaflosigkeit mit einem Baby erst richtig bewusst. Ich erlebte eine Müdigkeit, die sich wie ein permanenter Rauschzustand einschließlich Sprachstörungen anfühlte. Während mein Körper jedes Stündchen Schlaf im Wochenenbett aufsaugte, um sich zu regenerieren, kristallisierte sich immer mehr heraus, dass unserer Sohn sehr schwer abschalten kann und förmlich gegen das Einschlafen ankämpft.

Er schlief sehr wenig und oft nur eine halbe Stunde am Stück, tagsüber wie nachts. Außerdem schrie er sich in den Schlaf, weil selbst das Einschlafstillen als verlässliche Methode erst nach vielen Monaten klappte. Solche „außergewöhnlichen“ Schlaforte wie Kinderwagen, Trage oder Tuch wurden fast ausschließlich abgelehnt und selbst das Autofahren funktionierte nicht immer. So ging es das ganze erste Babyjahr über. Halbstündliches bis stündliches Aufwachen nachts war keine Seltenheit, das zerrte sehr an meiner Substanz. Schlafentzug ist nicht ohne Grund eine Foltermethode. Ganz ehrlich, ich will und wollte nie, die Methode des „Schreienlassens“ anwenden, weil ich sie als grausam empfinde – doch ich stand kurz davor, auch das auszuprobieren, weil ich nicht mehr weiter wusste.

Ich war nicht nur mürbe im Kopf, sondern auch verzweifelt und emotional sehr dünnhäutig. Einschlafstillen war irgendwann unsere verlässliche Methode geworden, gleichzeitig musste ich nach dem Einschlafen dann auch bitte neben dem Sohnemann liegen bleiben. Das schränkte enorm ein und hat mich anfangs sehr belastet.
Und dann kam der Wendepunkt als unser Sohn etwa ein Jahr alt wurde. Ich habe die Situation für mich akzeptiert, vielleicht auch resigniert. Der kleine Mann schlief weiterhin schlecht, aber ich versuchte nichts mehr dagegen zu unternehmen. Es wurde leichter für mich und mit den Monaten verbesserte sich auch das Schlafverhalten von ihm. Ganz von allein, weil er älter wurde und Schlaf ein Reifungsprozess ist. Mit 17 Monaten wachte er nur noch zwischen zwei bis sechsmal die Nacht auf. Seit drei Wochen, er ist jetzt knapp 19 Monate, schläft er sogar durch. Einfach so, ohne unser Zutun. Plötzlich wollte er zudem alleine einschlafen, ohne gestillt zu werden, somit endete mit Beginn des Durchschlafens auch unsere Stillzeit.

Passend dazu schrieb Anja von vonguteneltern in ihrem Artikel „So müde wie noch nie“:

„Aber was scheinbar doch funktioniert, ist eines: das Vergessen. Denn viele Frauen, die ich durch die ersten müden Babymonate begleitet habe, melden sich wieder, wenn das nächste Kind unterwegs ist. Oft sind sie dann wieder müde, weil auch die Frühschwangerschaft schon enorm erschöpfen kann. Aber meist haben wir doch alle ein bisschen vergessen, wie sich diese Elternmüdigkeit der ersten Zeit konkret anfühlt. Rückblickend war es fast immer nicht so schlimm. Und vor allem wurde es immer irgendwann einfach besser. Egal, was man nun konkret probiert hat oder auch nicht. Wenn man gerade in einer akuten übermüdeten Phase drin steckt, sieht man eben manchmal das Licht am Ende des Schlafmangeltunnels nicht. Aber es ist da. Wirklich. Ganz da hinten. Zumindest bis das nächste Kind kommt…“

 

Liebste Grüße,

eure Friederike

Baby Durchschlafen

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