Dinge, die ich über das Stillen nicht wusste

Stillen

Babys stillen sich alle drei Stunden, 15min rechts, 15min links, zwischendurch ein Bäuerchen und nachts werden die Stillabstände mit zunehmenden Alter größer. Frauen, die nicht stillen können, haben entweder anatomische Probleme oder zu wenig Durchhaltevermögen, denn natürlich ist es anfangs unangenehm. So oder ähnlich war mein Wissen zum Thema Stillen in der Schwangerschaft, mittlerweile kann ich das nur noch belächeln.


Denn obwohl ich mich zum Thema Geburt und Wochenbett in der Schwangerschaft haarklein informiert habe, vieles hinterfragte und weg vom „Standardweg“ ging, klammerte ich die Sache mit dem Stillen weitestgehend aus. Bewappnet mit waschbaren Stilleinlagen, Wollfett, Heilwolle und einer positiven Zuversicht, so dachte ich, wird das Stillen doch ein Klacks.


Bei meinem Glück klappte es auch, wir stillten sogar 18 Monate. Doch war dies nicht meiner guten Zuversicht geschuldet, sondern Google, meiner Hebamme und vor allem meinem Sohn. Denn ich selbst war ganz schön naiv. Das Stillen beim ersten Kind kann auf Anhieb klappen, muss es aber nicht. Und selbst bei mir, wo es augenscheinlich gut funktionierte, gab es anfangs immer wieder Probleme, die entstanden. Über so einiges hätte ich mich bereits vorher informieren sollen, um mir viel Stress und einige Tränen zu ersparen.

Milchspendereflex und Milcheinschuss

Schon in der Schwangerschaft hatte ich sehr früh sehr viel Vormilch, diese sorgte dann nach der Geburt dafür, dass meine Hebamme bereits vor dem Milcheinschuss ganz aus dem Häuschen war aufgrund der großen Milchmenge. Am dritten Tag nach der Geburt kam dann der klassische Milcheinschuss und ich wusste nicht mehr wohin mit der vielen Milch. Während ich die eine Brust stillte, sammelte ich die ersten Wochen 50-70ml auf, die währenddessen aus der zweiten Brust liefen, der Milchspendereflex.

Ich konnte zwei Wochen keinen BH tragen, hatte permanent Handtücher um die Brust gewickelt (alternativ zwei waschbare Stilleinlagen plus eine zum wegwerfen), bekam prompt den ersten Milchstau und alles roch nur noch nach angegorener Muttermilch. Natürlich bin ich froh, dass ich nicht um jedes bisschen Milch kämpfen musste, doch war mein Alltag davon stark einschränkend. Weit über das erste halbe Jahr hinaus musste ich oft stündlich meine Stilleinlagen wechseln und hatte nicht selten durchnässte Oberteile.

Dauerstillen / Clusterfeeding

Bekanntschaft mit dem Dauerstillen machten wir nach etwa einer Woche. Der kleine Mann war von Beginn an sehr unruhig und schrie viel, nur plötzlich bekamen wir ihn nicht mehr beruhigt. Bis ich ihn einfach stillte, manchmal zwischen vier und sechs Stunden am Abend, das zerrte nicht nur an meinen Kräften (im Liegen stillen klappte zu diesem Zeitpunkt noch nicht), sondern verschaffte mir auch ordentlich wunde Brustwarzen.


Es zeigt sich zudem schnell, dass der kleine Mann nicht zu den Babys gehörte, die Stillabständen zwischen 2-3 Stunden haben. Er stillte sich immer kurz, dafür alle 30-60min am Tag und alle 30min- 2 Stunden in der Nacht. Ach, habe ich das manchmal verflucht.

Milchstau

Stillen ist eine hormongesteuerte Kopfsache und das merkt man am besten bei einem Milchstau. Ich bekam meinen aus der Angst heraus, dass wir Besuch kriegen und andere mein Baby auf dem Arm halten werden. Das klingt vielleicht etwas merkwürdig, aber so empfand ich es in diesem Moment. Ich bekam Fieber und eine verhärtete, rote Stelle an der Brust. Mit viel Massieren, Wärme beim Stillen und Kälte danach und vor allem Ruhe war nach einer Woche alles wieder gut.

Welche Dinge hättet Ihr gerne vor dem Stillen gewusst? Oder wart Ihr bestens auf alles vorbereitet?

 Liebste Grüße,

eure Friederike

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