Meine zweite „kleine Geburt“

Fehlgeburt

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle über meine vierte Schwangerschaft berichten, wie sich alles entwickelt und welch ein gutes Gefühl ich dieses Mal habe, aber wohl eher hatte. Nach der Fehlgeburt, die ich vor meinem Sohn erlebte und der Eileiterschwangerschaft im März diesen Jahres, hieß es doch wieder einmal Abschied nehmen. Dabei fing diese Schwangerschaft so gut an, ähnlich wie die damals mit meinem Sohn. Meine Intuition sagte mir auch, dass wir im März zu viert sein werden. Und wir freuten uns.


Bei 15-20% liegt die Chance eines Frühaborts, also einer Fehlgeburt vor der 12. Woche, bei 1-2% das Risiko einer Eileiterschwangerschaft. Und ja, es ist in Anbetracht dessen ungerecht, wie ich finde. Damit umzugehen manchmal noch viel schwieriger. Die Zahlen zeigen, wie viele Frauen eigentlich davon betroffen sind, nur ein Bruchteil redet darüber oder versucht es zu verarbeiten. Ändern wir das, erzählen wir unsere Geschichten!
Wie bei meiner ersten Fehlgeburt habe ich mich dieses Mal für einen natürlichen Abgang entschieden, der so oft als kleine Geburt bezeichnet wird. Eine Ausschabung hätte ich nur im äußersten Notfall machen lassen, denn mein Körper darf entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt ist, um los zu lassen.

zweite Fehlgeburt

Der Abschied- Meine Fehlgeburt


Meine zweite kleine Geburt liegt nun fast zwei Wochen zurück. Sie war dieses mal so anders als die erste, denn ich wusste, was passieren würde und habe mich darauf eingestellt.


In der siebten Woche bekam ich Schmierblutungen und ich ahnte bereits, dass dies kein gutes Zeichen war. Es folgten über einen Tag hinweg eine Art Miniwehen. Es waren regelmäßige Kontraktionen, wie unter der Geburt nur nicht stark, manchmal kaum spürbar und sie veränderte sich nicht. Bei meiner ersten Fehlgeburt verkrampfte ich unter diesen und verstärkte sie damit, wodurch es schmerzhaft wurde. Dieses Mal ließ ich es einfach geschehen, entspannte mich und nahm gedanklich Stück für Stück Abschied von dem kleinen Wesen.

Die Blutungen wurden stärker und am Tag darauf ging die Schwangerschaft ab. Es folgte ein kleines Wochenbett für zwei Tage, an denen ich mir, soweit es mit einem Kleinkind ging, Ruhe gab. Die brauchte ich vor allem, weil ich mich körperlich sehr angeschlagen fühlte. Abgeschlossen war diese Fehlgeburt dennoch nicht, denn ich hatte noch einige Tage typische Schwangerschaftssymptome, das HCG- Hormon brauchte Zeit, um sich abzubauen. Sorgen machte mir in dieser Zeit nur ein Fieber, das zwei Tage anhielt, aber so schnell, wie es kam, auch wieder verschwand. Sechs Tage nach Beginn der Schmierblutungen ging ich zur ersten Nachkontrolle, die den Abgang offiziell bestätigte. Eine letzte Untersuchung wird noch folgen, denn die Blutungen hörten erst nach zehn Tagen auf.

Wie ich mich mit dieser weiteren, dritten Fehlgeburt fühle, kann ich schwer beschreiben. Noch immer befinde ich mich in einer Blase, lasse nur wenig davon an mich heran. Traurig bin ich, empfinde aber vor allem eine Ungerechtigkeit, die ich in Anbetracht dessen, bereits ein gesundes Kind zu haben, als falsch empfinde.

Die Worte, die der Arzt mir auf den Weg gegeben hat, fand ich sehr schön: Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, bei denen auch die Medizin nicht sagen kann, warum sie geschehen. So verhält es sich bei Ihnen, sie sind jung, gesund und haben bereits ein Kind, vielleicht war es jetzt nur nicht der richtige Zeitpunkt.

Liebste Grüße,

eure Friederike

zweite Fehlgeburt

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