Meine Schwangerschaftsvorsorge beim zweiten Kind

Schwangerschaftsvorsorge

Für meine zweite Schwangerschaft habe ich mir etwas gewünscht. Ich wollte selbst bestimmter sein, mehr auf mein Bauchgefühl hören und mich nicht von äußeren Meinungen abhängig machen. Mich eher fragen, was ist gut für mich und was möchte ich für mein Baby. Eine ganz schön schwierige Aufgabe in solch einer sensiblen Zeit auch mal „nein“ zu sagen, ohne sich verunsichern zu lassen. Doch ich habe es getan und versuche es weiterhin. So ist meine Schwangerschaftsvorsorge jetzt eine ganz andere als in meiner ersten Schwangerschaft.

In dieser ging ich ab der 8. Schwangerschaftswoche zum Frauenarzt. (Dort wurde ich sogar gelobt, dass ich nicht gleich mit dem positiven Test in die Praxis marschiert bin.) Es folgten ab der 12. Woche parallel dazu Hebammenbesuche. Eine Feindiagnostik wegen eines nicht erblichen, kleinen Herzfehlers meines Freundes und die regulären CTG Kontrollen. Eigentlich hatte ich nur Termine, die bei meiner Hebamme waren sehr entspannt. Doch als ich meinen Frauenarzt bat, nur noch Ultraschallkontrollen zu machen und die restliche Vorsorge der Hebamme zu überlassen, lehnte er ab. Den Mut ihn zu wechseln hatte ich nicht mehr, denn er war ja eigentlich ganz nett und so fuhr ich bis zum Schluss zweigleisig. Ab dem Entbindungstermin wurde ich nur noch von meinen Hebammen betreut, denn mein Arzt war im Urlaub. Ich trug die Schwangerschaft bis 41+0 aus, dann traten von selbst die Wehen ein und ich bekam meine Beleggeburt mit eigener Hebamme im Krankenhaus.

Alles in allem war die Schwangerschaftsvorsorge also sehr standardmäßig, für mich aber zu voll mit Terminen und Untersuchungen, zu fremd bestimmt. Ich fühlte mich etwas bevormundet, dagegen vorgegangen bin ich nicht.

Meine Vorsorge

Mit Beginn der zweiten Schwangerschaft habe ich dies geändert. Vielleicht habe ich dieses „Selbstbewusstsein“ erst durch meine erste Schwangerschaft erlangen müssen. Vielleicht bin ich durch mein Wissen auch nur sicherer geworden.

Dieses Mal habe ich mich „gegen“ einen Frauenarzt entschieden. Das soll nicht heißen, dass ich mich gegen ärztliche Vorsorge oder Ultraschall ausspreche. Denn immer dann, wenn ich merke, etwas stimmt nicht (und das traue ich meinem Körpergefühl zu), finde ich es gut medizinisch behandelt werden zu können. Auch habe ich bisher einen Ultraschalltermin in der 12. Woche wahrgenommen, um festzustellen ob es sich um ein Kind handelt und ob der ET in etwa stimmt. Und der zweite und letzte Ultraschall erfolgte 20+0, da ich gerne größere Auffälligkeiten im Hinblick auf die Geburt vorher wissen wollte.

So stelle ich mir Schwangerschaftsvorsorge vor: Ich bin schwanger und habe die Wahl aus einem Pool an Angeboten die passenden Untersuchungen für mich auszusuchen. Leider ist der gesellschaftliche Druck von außen oft groß, wenn man nicht den Standardweg geht.

Meine reguläre Schwangerschaftsvorsorge mache ich bei einer Hebamme. Wobei es weniger um die Vorsorge als um nette Gespräche geht. Sie nimmt mein Gewicht, Blutdruck und kontrolliert den Urin. Außerdem lasse ich bei ihr meinen Eisenwert kontrollieren, da dieser mir nach der letzten Geburt ziemliche Probleme gemacht hat. Neben dem Abhören der kindlichen Herztöne und dem Tasten des Fundusstandes nehme ich bisher keine anderen Angebote bei ihr wahr. So wird ein möglicher Zuckertest nur erfolgen, wenn ich Anzeichen einer Zuckererkrankung hätte. Ab wann oder ob ich ein CTG bei ihr schreiben lasse, behalte ich mir offen.

Im Allgemeinen empfinde ich diese Schwangerschaft als viel angenehmer, freier und mehr bei mir. Ich muss nicht ständig Termine und Untersuchungen abklappern und darf einfach nur guter Hoffnung sein.

Liebste Grüße,

Eure Friederike

2 Kommentare

  1. Wow ich finde es toll wie du das machst und vor allem das du die Kraft dazu hast. Viel zu wenig hören wir mittlerweile auf uns und die Ärzte wollen so viel bestimmen..ich finde es klasse und genau richtig wie du dich entschieden hast 🙂 weiterhin alles gute euch 🙂

    • Dankeschön 🙂 Ja, gerade in dieser emotionalen Zeit der Schwangerschaft, verlässt man sich schneller auf Ärzte als auf sein eigenes Bauchgefühl. Wie ich schon schrieb, habe ich den jetzigen Weg in meiner ersten Schwangerschaft nicht geschafft. Trotzdem würde ich jede werdende Mama dazu ermutigen.
      LG

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