Soorinfektion in der Stillzeit

Stillen

Nun saß ich da, an einem Samstagnachmittag und bekam Panik, mein Sohn, erst wenige Wochen alt, hatte plötzlich weiße, nicht abwaschbare Bläschen am Mund und eins in der Wangeninnenseite. Schnell bei Dr. Google und bei meine Hebamme informiert, eine Soorinfektion, rasch zur Apotheke, noch ein Mundgel kaufen. Schmerzen scheint der kleine Mann nicht zu haben, also sind wir wohl noch sehr am Anfang des Pilzausbruchs.


Was ich in diesem Moment nicht ahnte, war, dass ich bereits selbst diese Infektion an den Brustwarzen hatte, die sich kurze Zeit später bis in die Milchstränge ausbreiten sollte. Mit diesem Tag begann nämlich die schwierigste Phase unseres Stillens. Über mehrere Monate hinweg bekam ich immer wieder Brustwarzensoor, mal mehr, mal weniger stark. Nicht nur einmal dachte ich darüber nach abzustilllen, wenn ich weinend vor Schmerzen meinen Sohn die Brust gab.

Als ich bei jedem tiefen Atemzug ein Stechen in der Brust merkte und meine Brustwarzen blutig wurden, bekam ich eine elektrische Milchpumpe aus der Apotheke von meinem Frauenarzt verschrieben. Die Soorinfektion war mittlerweile bis in die Milchstränge gelangt. Immer wenn die Schmerzen beim Stillen zu stark wurden, pumpte ich ab und gab meinem Kind dann die Flasche.


Diesen stark ansteckenden Hefepilz in Schach zu halten, kam mir wie ein Kampf gegen Windmühlen vor. Wir achteten auf größte Hygiene, parallel wurden der Sohn und ich mit Infectosoor behandelt und ich aß kaum noch Zucker, in der Hoffnung dem Pilz endlich den Gar aus zu machen. Und doch kam er immer wieder. Gleichzeitig hatten wir jedoch Glück, denn nach dem ersten Mundsoor beim Sohn, kam dieser dort nicht wieder, ebenfalls hatte er ihn nie im Windelbereich.

Meine Anzeichen:
  • Perlmuttschimmernde Brustwarzen, die immer rötlicher wurden und zum Schluss weiße Bläschen bekamen und einrissen ( gerade die Anfangsstadien hatte ich bei der ersten Infektion als wunde Brustwarzen abgetan).

  • Ein Stechen bei jeden Saugzug des Sohnes, das ich irgendwann bei jedem tiefen Atemzug hatte.

  • Mitunter spürte ich auch ein Brennen an den Brustwarzen.

Ich verstehe Frauen, die aufgrund einer Soorinfektion abstillen, denn es ist nicht nur eine hartnäckige Pilzinfektion, sondern auch sehr schmerzhaft. Ich bin froh, dass wir es nach drei größeren Ausbrüche innerhalb weniger Wochen überstanden hatten.

Soor Brustwarzen

Maßnahmen, die ich ergriffen habe:
  • Wegwerfstilleinlagen statt Waschbare benutzen. Die Brustwarzensalbe (mit Zink) bekommt man schwer wieder heraus gewaschen, außerdem war ich mir nicht sicher, ob ich die waschbaren Stilleinlagen ausreichend abkochte.

  • BHs, Nuckel, Spielzeuge und anderes, was mit der Brustwarze oder dem Mund des Kindes in irgendeiner Art und Weise in Berührung kommt häufig abkochen/ desinfizieren.

  • Weitestgehend zuckerfrei essen, um dem Hefepilz keinerlei Nährboden zu geben.

  • häufiges Händewaschen

  • Die Muttermilch während der Infektion nicht einfrieren, der Pilz wird damit nicht abgetötet.

  • Sollte die Infektion bis in die Milchstränge gelangt sein, hilft keine Salbe mehr, da braucht es ein Medikament zur oralen Einnahme. Leider habe ich davon erst hinterher erfahren.

  • Da eine Ping-Pong- Ansteckung sehr hoch ist, das Kind täglich auf Mund- und Windelsoor untersuchen und parallel vorbeugend behandeln.

    Anmerkung: Auch wenn das von mir benutzte Mundgel gegen Soor und die Zinkcreme rezeptfrei in der Apotheke zu bekommen ist, sollte immer Rücksprache mit einem Arzt oder einer Hebamme gehalten werden. Das Mundgel bekamen wir, mit Hilfe eines Rezepts der Kinderärztin, kostenfrei.

    Liebste Grüße,

    eure Friederike

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