Was brauche ich alles für das Wochenbett?

Wochenbett Ausstattung

Das Wochenbett,

ein wunderschöner Ausnahmezustand zwischen Übermüdung, Freude, Verliebtsein und oft auch Stress. In dieser Zeit möchte man am liebsten alltägliche Dinge, wie Kochen, Einkaufen usw. ganz weit weg schieben. Und nicht umsonst, wird empfohlen, dass der Papa in den ersten Wochen mit zu Hause bleiben sollte und Verwandte oder Freunde einfach gekochtes Essen vorbei bringen können.

Ich denke, eine Vorbereitung für die Zeit des Wochenbettes ist immens wichtig. Dazu zähle ich, vorher zu klären, wann Besuch kommen darf, wie die Betreuung von älteren Geschwistern geregelt wird oder wer im Haushalt helfen kann. Da auch das Einkaufen erst einmal der Papa oder andere über nehmen, finde ich es außerdem sinnvoll, vorher schon einige Dinge für das Wochenbett anzuschaffen. Welche das bei mir waren, möchte ich euch heute gerne vorstellen. (Anmerkung: Ich hatte eine natürliche Geburt und habe mein Baby von Anfang an voll gestillt. Da ich aus meiner Erfahrung heraus berichte, kann ich z. B. nichts über die Pflege der Kaiserschnittnarbe schreiben.)

Wichtig: Der Name „Wochenbett“ kommt nicht von ungefähr. Denn eine frisch gebackene Mama braucht vor allem eines, Ruhe. Meine Hebamme gab mir damals die Faustregel, zwei Wochen im Bett, zwei Wochen ums Bett (inkl. kleinerer Ausflüge) und zwei Wochen ums Haus, mit auf den Weg. Und auch in den letzten zwei Wochen sind einzelne Betttage erwünscht.

Was du alles für das Wochenbett brauchst…

1. Stillen

Zum Thema Stillen habe ich bereits einen eigenen Beitrag verfasst. In dem ich genauer darauf eingehe, welche Dinge ich für eine angenehme Stillzeit gebraucht habe. Gerade im Wochenbett ist Stillen eigentlich das Thema Nummer eins. Alles muss sich einspielen, dann klappt es vielleicht nicht auf Anhieb und schon macht man sich Stress, was sich wieder auf die Milchproduktion auswirkt und eventuell sogar einen Milchstau auslösen kann. Was habe ich also alles gebraucht?

Heilwolle*/ Lanolinsalbe* (für Wunde Brustwarzen und Heilwolle auch für Babys Popo)
Stilleinlagen (Tipp: waschbare vom DM und/ oder „normale“ von Lansinoh*)
Kühlkompressen* (werden ich mir beim zweiten Kind anschaffen; alternativ alles, was das Gefrierfach hergibt oder Quark/Kohl)
Kirschkernkissen* (für die Anregung des Milchflusses vor dem Stillen)
bequeme BHs (am besten auch so viel Zeit wie möglich ohne BH verbringen)

2. Geburtsverletzungen

Geburtsverletzungen bleiben meist nicht aus. Das liegt oft an der liegenden Position, in der die meisten Frauen immer noch entbinden. Ich meine mich zu erinnern, dass weit über die Hälfte aller Erstgebärenden in Deutschland unten herum reißen. Ich selbst hatte einen Dammriss ersten Grades, der bei außerklinischen Geburten nicht immer genäht wird (ist also relativ harmlos), und Schürfwunden. Der Dammriss war nicht der Rede wert und tat lediglich die ersten Tage beim Sitzen etwas weh. Die Schürfwunden hingegen haben besonders beim Toilettengang ziemlich gezwiebelt.

Mir half es beim Wasserlassen nebenher lauwarmes Wasser drüber zu gießen. Ansonsten tun auch z. B. Kamilliensitzbäder sehr gut. Was man immer zu Hause haben kann und auch bei Geburtsverletzungen Linderung verschafft, ist Arnika- oder Calendulasalbe.

3. Wochenfluss

Er kommt, das ist sicher, in welcher Intensität ist jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich. Trotzdem sollte man für den Anfang gut vorgesorgt haben, am besten mit dicken Binden. Ich hatte mir Binden (Flockenwindeln*), ähnlich wie es auf der Wochenstation gibt, besorgt. Denn gerade die ersten Tage war mein Wochenfluss sehr stark, sodass ich teilweise zwei Binden gleichzeitig brauchte. Wer die ersten Tage im Krankenhaus verbringt, kann für zu Hause auch einfach die dicksten/ größten Binden aus der Drogerie kaufen. Nach ein bis zwei Wochen haben sich die Blutungen dann soweit verändert, dass ihr auf dünnere Binden oder vielleicht sogar schon Slipeinlagen umsteigen könnt.

4. Baby

Für euer Baby braucht ihr in der Wochenbettzeit eigentlich kaum etwas. Das schrieb ich bereits in meiner minimalistischen Babyerstaussattung (da findet ihr auch alles, was wir uns angeschafft haben). Viel Nähe, Kuscheln und Ruhe tut nicht nur euch gut, sondern auch eurem Baby. Gerade am Anfang können eure Kleinen etwas Verdauungsschwierigkeiten haben, sodass ein quer sitzender Pups lautstark kommentiert wird. Daher lohnt es sich ein Kirschkernkissen (das ich auch für die Anregung des Milchflusses nahm) oder Kümmelöl* für den Bauch (immer im Uhrzeigersinn einreiben) im Vorfeld zu besorgen.

5. Hebamme

Das ist mein letzter Punkt und auch der Wichtigste, denn neben viel Ruhe ist eine gute Hebamme für die Wochenbettbetreuung ein Muss. Ich weiß, in Deutschland hat sich die einst so gute Hebammensituation rapide verschlechtert. Es gibt Gegenden, in denen nur noch jede zweite Frau eine Hebamme findet. Dabei sind sie, gerade beim ersten Kind, Gold wert. Denn sie begleiten einen durch die ersten schwierigen Tage und Wochen, helfen beim Stillen und sind oft auch einfach nur da.

Solltest du keine Hebamme gefunden haben, so hole dir wenigstens Hilfe von einer Stillberaterin oder habe die Nummer von einer bereit. Wie ich vorhin schrieb, dreht sich im Wochenbett meist alles um das Thema Stillen. Kleinere und größere Probleme beim Stillen, treten sehr oft durch „falsches“ Wissen oder Schwierigkeiten beim Anlegen auf. Und leider sind die ersten Stillberatungen im Krankenhaus meist mehr schlecht als hilfreich.

Damit wären wir schon am Ende meiner Liste von Dingen, die ihr für das Wochenbett braucht. Vielleicht hat der ein oder andere Punkt euch geholfen oder ihr habt noch weitere Ergänzungen? Dann immer her damit.

Liebste Grüße,

eure Friederike

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